Die Tabelle bleibt zu.
Deutsche Bank: Rekord. Bankangestellte: kein Angebot.

Seit Mitternacht streiken die ersten Metaller. Rund 3,7 Millionen Beschäftigte sollen nach dem Angebot ihrer Arbeitgeber bis Juli 2028 keinen Euro mehr in der Tariftabelle sehen (tagesschau). Volkswagen will die Gehälter seiner 660.000 Beschäftigten weltweit gleich bis 2030 einfrieren (tagesschau). Bei den privaten Banken liegt seit dem 8. Oktober überhaupt kein Angebot auf dem Tisch, obwohl die größte von ihnen gerade das dritte Rekordquartal in Folge gemeldet hat (DGB).
Gestreikt wird um Prozente. Die Arbeitgeber holen sich den Lohn diesen Herbst aber an Stellen, die auf den Streikplakaten nicht stehen, weil die länger wirken als jede Prozentzahl, und zahlen werden die Beschäftigten über Jahre. Sie können sich das leisten, weil der Arbeitsmarkt gerade für sie arbeitet. Die Bundesagentur für Arbeit zählt 44.000 Arbeitslose mehr als vor einem Jahr, die Nachfrage nach Arbeitskräften bleibe „weiter schwach“ (Bundesagentur für Arbeit).

Die Einmalzahlung ist der Köder im Metall-Angebot
Am Dienstag haben die Metallarbeitgeber ihr Angebot vorgelegt, zum ersten Mal in fünf Tarifgebieten gleichzeitig. Im Juli 2027 gibt es eine Einmalzahlung von 1 Prozent des Jahresgehalts. Die Tabelle steigt erst im Juli 2028, um 1,3 Prozent, der Vertrag läuft bis Ende 2028 (Gesamtmetall).
In Baden-Württemberg macht die Einmalzahlung 700 Euro. Firmen mit weniger als 2,3 Prozent Rendite dürfen sie streichen, laut dpa trifft das dort fast die Hälfte der Betriebe (n-tv). Die IG Metall fordert fünf Prozent für zwölf Monate, Gesamtmetall-Präsident Udo Dinglreiter hält die Arbeitskosten für zu hoch.

Bei VW zahlen die Beschäftigten zweimal für dieselbe Jobgarantie
Laut Betriebsrat und IG Metall hat der VW-Vorstand die Personalchefs weltweit zu „Nullrunden bis 2030“ angewiesen, gültig schon seit Anfang Oktober. VW kommentiert das nicht (tagesschau). Am 23. Oktober kam die nächste Zahl. Bis 2030 sollen bei der Volkswagen AG 12.000 Stellen mehr wegfallen als die 35.000, die 2024 vereinbart wurden, sagt Personalchef Arne Meiswinkel (APA).
Die Lage ist ernst. Von den 7,8 Milliarden Euro Sonderlasten im dritten Quartal sind aber 6,4 Milliarden eine Abschreibung auf Porsche, laut VW „nicht zahlungswirksam“, und für das Jahr erwartet der Konzern 32 bis 34 Milliarden Euro Nettoliquidität (Volkswagen Group).

Die Banken planen ihre nächsten Rekorde mit weniger Leuten
Die Deutsche Bank hat am Mittwoch 1,9 Milliarden Euro Gewinn nach Steuern gemeldet, das dritte Rekordquartal in Folge und gut 20 Millionen Euro am Tag. Aktienrückkäufe über 1,5 Milliarden Euro sind für dieses Jahr erledigt. Im selben Bericht stehen Kosten für „workforce measures“, so nennt die Bank das Geld für den Personalabbau, dazu Einsparungen aus früheren Filialschließungen (Deutsche Bank).
Für die rund 150.000 Beschäftigten der privaten Banken fordert Verdi sechs Prozent mehr Gehalt und verbindliche Regeln zu Beschäftigungsschutz und Qualifizierung beim Einsatz von KI. Der Arbeitgeberverband AGV Banken hat seit dem 8. Oktober zu keinem der beiden Punkte ein Angebot vorgelegt (WirtschaftsWoche). Morgen wird in Frankfurt weiterverhandelt (DGB).
Für deinen Montag: Frag bei jeder Einmalzahlung, was davon im Jahr danach noch auf deiner Abrechnung steht.

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Gesamtmetall will im Tarifvertrag auch über die „beschleunigte Einführung von KI“ reden (Gesamtmetall), Verdi über Regeln für ihren Einsatz. Per Vertrag kommt KI allerdings nicht schneller in den Betrieb. Meistens scheitert sie an dem, was ein Agent wissen müsste und was nirgends aufgeschrieben ist.
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