Die meisten von euch kommen über Instagram. Ihr habt ein Reel gesehen, dachtet "der Typ sagt mal was Richtiges". Und habt euch eingetragen. Ohne Funnel. Ohne Freebie. Ohne "Sichere dir jetzt mein kostenloses E-Book". Einfach so.
Heute sind wir über 700 Subscriber. Siebenhundert. In acht Wochen.
Ich hätte gewettet: vielleicht 50. Wenn's gut läuft, 100. Stattdessen melden sich jeden Tag neue Leute an. Obwohl es hier noch nicht mal richtig losging. Ich bin ehrlich: Damit hätte ich nicht gerechnet. Und ich bin verdammt dankbar dafür.
Danke. An jeden einzelnen von euch.
Business ohne Bullshit ist die Insider-Perspektive auf das, was in der deutschen Wirtschaft wirklich los ist. Drei Säulen:
Politik. Was wird entschieden, und wer zahlt dafür? Nicht das Pressekonferenz-Blabla. Sondern was es für deinen Job und dein Konto bedeutet.
Wirtschaft. Wer fährt Rekordgewinne, während alle von Krise reden? Wo wird abgebaut, obwohl die Zahlen stimmen? Die Storys, die es nicht in die Tagesschau schaffen.
Technologie. Was AI wirklich verändert. Nicht die LinkedIn-Version mit "Game Changer" und Raketen-Emoji. Die echte Version. Mit Zahlen. Und manchmal hässlicher Wahrheit.
Jeden Sonntag. Datenbasiert. Ohne Phrasen. Und komplett kostenlos.
Keine Coachings. Keine Masterclass. Kein "Premium-Tier für nur 29,90 im Monat". Keine Community mit exklusivem Discord-Zugang. Ich verkaufe dir nichts. Weder jetzt noch in drei Monaten, wenn ich "genug Vertrauen aufgebaut habe". Das hier ist kein Funnel. Versprochen.
Ich habe in 13 Jahren als Unternehmensberater genug Leuten beim Geld-Ausgeben zugesehen. Für Coachings, die "Mindset-Transformation" versprechen. Für Konferenzen, auf denen sich alle gegenseitig bestätigen. Für Reports, die niemand liest. Dieser Newsletter ist das Gegenteil. Die Insider-Perspektive, die ich mir damals gewünscht hätte. Und sie kostet nichts. Weil Substanz kein Preisschild braucht.
Wer mir auf Instagram folgt, hat diese Woche die Reels zum Thema AI Washing gesehen. Firmen, die "KI-Strategie" draufschreiben, wo eigentlich nur ein Excel-Makro drin ist. Buzzword-Bingo für den Aktienkurs.
Jetzt ERGO. Deutschlands zweitgrößter Erstversicherer, Tochter von Munich Re. 1.000 Stellen streichen bis 2030. Von 15.000 in Deutschland. Und der Grund ist: KI. Nicht Konjunktur. Nicht Sparmaßnahmen. KI.
Normalerweise wäre das der Moment, wo ich sage: AI Washing. Schönes Narrativ für den Vorstand, aber in Wahrheit wird einfach rationalisiert.
Aber hier? Ich bin mir nicht sicher.
Versicherung ist Papierkram. Schadensmeldungen, Risikobewertungen, Vertragsprüfungen. Das sind genau die Prozesse, die KI tatsächlich gut kann. Kein Bullshit. Keine "wir bauen ein Innovation Lab"-Folklore. Sondern echte Automatisierung von echten Prozessen.
Die Zahlen:
Munich Re hat 2025 einen Rekordgewinn von 6,1 Milliarden Euro gemacht. Die feuern nicht aus Not. Die feuern, weil die Maschine es schneller und billiger kann.
Haben wir hier das Gegenteil von AI Washing? Einen Konzern, der KI nicht als Buzzword benutzt, sondern tatsächlich einsetzt? Der ehrlich sagt, was das für Jobs bedeutet? Kann sein. Aber 500 Reskilling-Plätze für 1.000 gestrichene Stellen ist trotzdem eine Rechnung, die nicht aufgeht. Die Versicherungsbranche hat 200.000 Beschäftigte. Wenn ERGOs "Blaupause" Schule macht (und Personalvorständin Lindemann nennt es genau so), reden wir nicht über 1.000. Business ohne Bullshit bleibt dran.
Der ZEW-Konjunkturerwartungsindex ist diese Woche um 58,8 Punkte eingebrochen. Von +58,3 auf -0,5. In einem Monat. Größter Einbruch seit dem Ukraine-Schock 2022. Analysten lagen 39,7 Punkte daneben.
Die Schlagzeile: Ölpreise. Diesel 2,32 Euro. E10 über 2,14. Erdgas-Großhandel verdoppelt. Aber das ist nur die Oberfläche.
Worüber kaum jemand redet:
Helium. Durch die Blockade der Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Helium-Routen gekappt. Klingt nach Luftballons. Ist aber: Chipproduktion. Ohne Helium keine Halbleiter-Kühlung. Die Chipindustrie, ohnehin schon fragil, wird das als nächstes spüren.
Düngemittel. Ein großer Teil der globalen Düngemittel-Transporte läuft durch die Straße von Hormus. Wenn die Preise steigen, steigen Lebensmittelpreise. Nicht morgen. In drei bis sechs Monaten. Schleichend. Bis es an der Supermarktkasse ankommt.
Lieferketten. Wir haben während Corona gesehen, wie fragil das alles ist. Eine Blockade, ein Stau im Suezkanal, ein Krieg. Und plötzlich fehlen Teile, die du nie auf dem Schirm hattest. Das gleiche Muster. Wieder.
Die Koalition reagiert. Mit einem "Kraftstoffpreisanpassungsgesetz". Tankstellen dürfen Preise nur noch einmal täglich erhöhen. Schöne Symbolpolitik. Die echte Frage stellt niemand: Warum fahren Raffinerien Rekordmargen, während du 2,30 für Diesel zahlst?
Das wird sich in den nächsten Monaten eher verschärfen als entspannen. Die Energiepreise sind nur der erste Dominostein. Helium, Chips, Düngemittel, Lebensmittel. Das sind Kettenreaktionen, die Monate brauchen, bis sie ankommen. Deutschland hat seit 2022 nicht ein strukturelles Problem bei der Energieabhängigkeit gelöst. Keins. Und jetzt stehen wir vor der zweiten Krise in drei Jahren. Gleiche Mechanik. Gleiche Verwundbarkeit. Business ohne Bullshit wird das begleiten.
Du hast ein Thema, das dich umtreibt? Schreib mir direkt: baierstephan@gmail.com
Den Business ohne Bullshit Newsletter gibt es ab jetzt jede Woche. Peace.
— Stephan
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